CJ7 – China/Hong Kong 2008
Rund vier Jahre nach Kung Fu Hustle nimmt Regisseur, Drehbuchschreiber und Hauptdarsteller Stephen Chow Abschied von der vertrauten Slapstickcomedy und unternimmt einen Ausflug in die seichte Familienunterhaltung.
Chow spielt wie so oft einen mittellosen, aber von Grund auf ehrlichen Loser, der seinem Sohn Dicky (Xu Jian) durch tägliche Schufterei auf einer chinesischen Großbaustelle den Besuch einer teuren Privatschule ermöglicht. Aufgrund seiner abgetragenen, meist vom Sperrmüll stammenden Kleidung und seines schmuddeligen Auftretens wird Dicky dort jedoch von seinen Mitschülern gehänselt und von Lehrern schikaniert. Als das ändert sich jedoch, als sein Vater ihm vom Schrottplatz ein Spielzeug mitbringt, daß sich als außerirdischer Schoßhund entpuppt der über außergewöhnliche Kräfte verfügt.
Och Mensch, was sollte das denn bitte Stephen? Ich musste mich wirklich zusammenreißen um CJ7 komplett in einer Sitzung durchzuschauen und das Gähnen dabei zu unterdrücken. Alles was ich an Stephen Chow Filmen liebe, die übertriebenen aber von trotzdem perfekt inszenierten Slapstickeinlagen inklusive Grimassenschneiden und Wirework Kampfeinlagen, die zum Schreiben komischen Gags bei denen man entweder den Kopf schüttelt oder lachend vorm Sofa liegt, wurde in CJ7 auf ein absolutes Minimum reduziert und versucht die Lücken mit Szenen des ach so süßen Gummipokemon aus dem Rechner All zu stopfen.
Dadurch bleibt die menschliche Komponente, welche die unübersehbare Vorlage E.T. ausgemacht hat auf der Strecke, was sich auch in den, selbst für einen Chow Film erschreckend flachen Charakteren zeigt die sich durch die vorhersehbare Handlung von einer Effektszene zur nächsten hangeln. Selbst die Filmparodien wirken hier eher aufgesetzt und lassen, wenn überhaupt nur das Special Effekts Team hinter den Kulissen glänzen, das trotz des offenbar geringem Budgets wohl mehr Zeit in die Effekte investiert hat als Chow für seine Gags oder die Ausarbeitung der Charakterbeziehungen.
Für mich hat CJ7 auf keiner Ebene funktioniert, aufgrund von zu wenig guten Gags weder als Stephen Chow Komödie noch als Vater-Sohn (bzw. eigentlich Tochter) Geschichte fürs Herz, da hier einfach zu viele Dinge nicht zueinander passen wollen. Allenfalls kann der Film als nette “A Boy and his (Magic) Dog zeigen es den fiesen Mitschülern” Komödie für die jüngere Zielgruppe unterhalten, aber nach der langen Zeit hatte ich von Stephen Chow doch einiges mehr erwartet.
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