Nachdem ich schon so viele Worte über die Blu-ray Disc Veröffentlichung von Mamoru Oshiis Ghost in the Shell 2.0 Aufguss verloren habe, gibt es jetzt ein paar Bilder vom heute frisch eingetroffenen japanischen Boxset.
Das Set enthält drei Blu-ray Disc mit der ursprünglichen (identisch mit der bereits 2007 veröffentlichten Blu-ray) und der neuen 2.0 Fassung des Animeklassikers sowie einem rund 50 Minuten langen Making-of (Reborn getauft und ohne Untertiel). Alle drei Blu-rays sind regionfree und laufen auf europäischen Playern. Auf der Bonus CD befindet sich leider nicht wie erhofft der komplette (neue) Soundtrack, sondern lediglich eine sogenannte Sound Collage die aus fünf neu abgemischten Titeln und vier Dialogsequenzen besteht. Als weitere Beilage gibt es noch ein 24-seitiges Booklet mit Konzeptzeichnungen und natürlich japanischen Texten die sich mit der Neufassung von GitS befassen. Alles findet in einem stabilen Glanzschuber Platz, bei dem der Titelschriftzug vorne und die Credits hinten in silber aufgedruckt sind.
Ich hatte heute leider keine Zeit für einen kompletten Durchlauf, aber bei der ersten Sichtung fielen die neuen bzw. überarbeiteten Szene schon stark auf. Nicht nur beim berühtem Hochhaussprung, sondern auch bei der Tauchszene wurde ‘Major’ Motoko Kusanagi komplett durch ein 3D Modell ersetzt das von der Qualität etwa denen bei Final Fantasy VII: Advent Children verwendeten Modellen entspricht. Die Introsequenz zeigt zwar immernoch Making of a Cyborg, jedoch wurden auch hier die klassischen Computergrafiken (inklusive dem Ghost in the Shell Logo mit Klappercredits) durch moderne 3D Versionen ersetzt und die Farbpalette von grün auf orange geändert.
Während es beim der neu abgemischten 6.1 Tonspur nichts zu meckern gibt, kann die Bildqualität der 2.0 Version leider nicht ganz überzeugen. Da fast im ganzen Film neue Beleuchtungs- und Bloomeffekte (siehe Screenshots) über das Originalbild gelegt wurde, fällt nicht nur im direkten Vergleich auf, daß viele feinen Details der ursprünglichen Zeichnungen untergehen bzw. beim Versuch Tiefenschärfe zu erzeugen einfach weichgezeichnet wurden. Der Film wirkt damit zwar frischer und erinnert mehr an heutige Produktionen, verliert aber in meinen Augen einen Teil seines ursprünglichen Charms. Ein Urteil, welches denn meine endgültige Fassung des Films ist werde ich mir aber erst nach einer kompletten Sichtung machen.
Massig Screenshots (160 Stück!) gibt es drüben im Asian Blu-ray Guide, hier welche der Originalversion, hier der neuen 2.0 Fassung und hier im manchmal nicht ganz framegenauen Direktvergleich. Bei allen Bildern ist aber zu sagen daß beide Versionen “in echt”, also zumindest bei mir auf der Leinwand deutlich besser aussehen als die Screenshots es vermuten lassen.
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