The Corpse Bride

The Corpse Bride [USA - 2005]
The Corpse Bride ist nach The Nightmare before Christmas (inzwischen Pflichtprogramm zu Weihnachten hier im Hause) das zweite große Stop Motion Projekt von Mr. Seltsam aka Tim Burton. Der wunderbare Soundtrack von Danny Elfman zieht den Zuschauer bereits mit den ersten, unverwechselbaren Takten in Tim Burtons morbide, abgedrehte Welt im viktorianischen Stil, in der Victor (gesprochen von Johnny Depp) mit der adeligen Victoria (Emily Watson) verheiratet werden soll. Durch die Heirat erhoffen Victors bürgerliche Eltern Einlass in die adelige Gesellschaft zu finden, während Victorias adelige, aber insgeheim verarmten Eltern auf das Geld der Bräutigamsfamilie schielen. Nach der ordentlich verpatzten Hochzeitsprobe flüchtet der Bräutigam in spe in einen nahegelegenen Wald, um dort seinen Eheschwur zu üben, wobei er durch Zufall die tote Emily (Helena Bonham Carter) ehelicht, die seit ihrer Ermordung in ihrer Hochzeitsnacht auf einen neuen Ehemann wartete…

Wie schon in Nightmare schaffen es Tim Burton und sein musikalischer Handlanger Danny Elfman eine wundervolle Geschichte zu erzählen bei der Zuschauer schon nach wenigen Minuten völlig vergessen, daß keine echten Schauspieler sondern in mühevoller Handarbeit animierte Figuren agieren. Die Animationsqualität, vor allem in der Mimik der Hauptfiguren erkennbar, wurde seit 1993 enorm gesteigert, wirkt aber dank dem liebevollen Design nie glatt und kalt wie es neuere CGI Machwerke trotz aller Bemühungen immer wieder tun. Schauspielerisch können alle Charaktere durch die professionellen Schauspieler Sprecher voll überzeugen, auch kleinere Nebendarsteller wachsen einem schnell ans Herz. Die farbenfrohe und von skurilen (Un)toten bevölkerte Welt der Toten wirkt auf den Zuschauer lebendiger und befreiender als die Oberwelt der Lebenden, die sich durch strikte Regeln und Verhaltensweisen selbst beschränkt.
Während Nightmare teilweise wie ein Musical erschien, das fast die gesamte Geschichte durch Gesangseinlagen erzählte, wird in Corpse Bride weniger durch Musik als durch Dialog erzählt…wobei in einer Szene die Pianomusik jedoch wirkungsvoll komplett den Dialog zwischen den Charakteren ersetzt.

Einziger Schwachpunkt des Film ist die etwas knappe Laufzeit, die einige Entscheidungen der Charaktere etwas überstürzt erscheinen lässt (Victors Opferbereitschaft) und die manchmal etwas überdeutliche Verwandschaft zu Nightmare.
Ansonsten ein wunderbarer Film mit hervorragenden Soundtrack, der eine neue Blickweise auf das Leben nach dem Tod bietet, 8/10 Affenpunkte für die untote Braut!

[Bildquelle OutNow.ch]
PS: Tim Burton sollte sich mal wieder die Haare kämmen, sah in dem Making-of aus wie der letzte Penner! ;)

6 Comments

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6 comments for “The Corpse Bride”

  1. 22. Juni 2006 | 15:58 Uhr
    R3
    “Nightmare…” ist ein geniales Filmchen. Danke, dass du mich an Corpse Bride erinnert hast. Irgendwie ging der Film als er im Kino lief hier im Käseland an mir vorbei :oops:

    Gleich mal nach DVD umschauen 8)

    btw. Bilderklau aus der Schweiz :p :)

  2. 22. Juni 2006 | 16:06 Uhr
    Ulrik | @aht_blog
    Nix geklaut, hab ja Quelle angegeben und brav auf den eigenen Server geladen 8)

  3. 22. Juni 2006 | 16:54 Uhr
    Eay
    Ja, hab ich im Kino gesehen. Schönes Stückchen Film… :roll:

  4. 23. Juni 2006 | 00:33 Uhr
    Rob Vegas
    irgendwie schockte mich schon immer das cover, doch anscheinend habe ich da falsch gelegen ;-) danke für den tipp!

  5. 23. Juni 2006 | 00:55 Uhr
    Ulrik | @aht_blog
    Wie schockt denn das Cover bitteschön? Was hast du denn erwartet von dem Film? :?

  6. 27. Juni 2006 | 14:52 Uhr
    hannes
    vielleicht nekrophilie?!

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