Flag: The Movie Director’s Cut Blu-ray Disc Review

Flag: The Movie Director’s Cut – Japan 2007

Flag spielt in der fiktiven asiatischen Republik Uddiyana, die seit Jahren von einem blutigen Bürgerkrieg geplagt wird den selbst die entsandten UN Friedenstruppen nicht eindämmen können. Erst als die junge Reporterin Saeko zufällig ein Foto davon schießt wie Zivilisten und Soldaten gemeinsam eine improvisierte Friedensflagge hissen und dem Konflikt damit ein Symbol verleiht, schöpft die Bevölkerung Hoffnung. Kurz darauf wird die symbolträchtige Flagge jedoch von religiösen Extremisten gestohlen, die hoffen daß ohne dieses Symbol die Friedensverhandlungen im Sande verlaufen. Um die Flagge zur Unterzeichnung eines Waffenstillstands-abkommens zurück zu gewinnen, entsendet die UN eine mit HAVWCs (moderne Kampfroboter) ausgestattete Spezialeinheit die von Saeko als interne Berichterstatterin auf ihrer Mission begleitet wird.
Flag: The Movie ist (wie der Name schon vermuten lässt) die auf knapp 100 Minuten zusammengestampfte Fassung der gleichnamigen, 13-teiligen TV Serie über dessen US Artbox von Bandai Entertainment ich mich bereits vor gut zwei Jahren ausgelassen habe. Wie in der Serie werden sämtliche Einstellungen entweder durch das Auge einer der vielen Kameras oder durch Standbilder aus dem aktuellen Konflikt präsentiert, was das ganze wie eine Dokumentation wirken lässt die den Zuschauer zusammen mit Saeko in das Kriegsgeschehen einbezieht.
Das Weglassen von rund 200 Minuten blieb leider nicht ohne Folgen. Zwar bemerkt man, wenn man die Serie selbst nicht kennt, nicht daß ganze Handlungsteile weggelassen wurden (Einführung der HAVWCs, Trainingsmission mit Scharfschützen-gewehr, Besuch beim “Bergdoktor”) aber trotzdem wirkt das ganze etwas gehetzt. Während sich die Serie trotz der “nur” 13 Folgen viel Zeit für die Vorstellung der bunt zusammengewürfelten Teammitglieder nimmt, werden im Film nicht einmal ihre Namen genannt und so wirken die späteren Entscheidungen und Dialoge mit der “fremden” Fotografin etwas deplatziert und inhaltslos. Die Mecha”action” ist wie in der Serie relativ realistisch dargestellt, so handelt es sich hier nicht um unzerstörbare Kampfmaschinen sondern eher um wartungsintensive Werkzeuge die bei Einsätzen auch gegen “normale” Gegner relativ viel einstecken müssen.
Trotz der Kürzungen schafft es Flag auch in der Filmversion gut die Schrecken und Sinnlosigkeit des Konfliktes gut rüber zu bringen, auch wenn hier etwas der Punch der Serie fehlt bei der man zwischen den Episoden trotz Interesses einfach mal eine Pause einlegen musste um das Gesehene erstmal zu verarbeiten.
Video
Mit Flag hat sich OVA Films keinen leichten Kandidaten für ihre erste Blu-ray Disc Veröffentlichung (die ursprünglich bereits im Februar erscheinen sollte) ausgesucht. Um die Kamerabildern realistischer wirken zu lassen wurde bei sämtlichen Einstellungen künstliches Rauschen hinzugefügt das je nach Kameratyp (DSLR, Webcam, Nachtsichtgerät, interne Überwachungskamera etc.) variert. Glücklicherweise wurde hier nicht an der falschen Stelle gespart und dem eigentlich veralteten MPEG2 Codec auf der zweilagigen Blu-ray Disc mit einer mittleren Bitrate von 34Mbps genug Raum zum “Atmen” gelassen. Kompressionsartefakte treten deshalb trotz des ständigen Rauschens höchstens auf Standbildern auf und die Kanten wirken in den wenigen rauscharmen Szenen scharf und klar. Sicherlich keine Referenzscheibe mit der man Freunden den Vorteil von hochauflösenden Animes zeigen sollte, aber trotzdem Respekt für die gute Umsetzung der stark verfälschten Vorlage. 25 Screenshots gibt es drüben im Asian Blu-ray Guide.
Audio
Auch bei der Audiofraktion wurde geklotzt, so liegen sowohl die passable deutsche Synchro als auch der japanische Originalton als Dolby Digital 5.1 sowie als DTS HD HR 5.1 (nicht wie auf dem Wendecover versprochen DTS HD MA!) Spur vor. Zusätzlich wurde der Synchro noch eine unkomprimierte PCM 5.1 Spur spendiert. Sonderlich aktiv ist leider keine der Spuren, selbst bei den Mechakämpfen bleiben die Rears recht still und nur der Subwoofer bekommt beim Gestampfe etwas zu tun. Die Dialoge kommen bei allen Tonspuren klar verständlich über den Center, an den weißen deutschen Untertiteln (nur Schilder oder sämtliche Dialoge wählbar) gibt es nichts auszusetzen.
Extras
OVA Films zeigt hier lediglich ein paar SD Trailer zu bereits auf DVD erhältlichen Serien sowie ein recht interessantes und ausführliches Interview mit Regisseur Ryosuke Takashi.

Vielen Dank an OVA Films für die freundliche Überlassung des Rezensionsexemplars.
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5 Kommentare


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5 Kommentare zu “Flag: The Movie Director’s Cut Blu-ray Disc Review”

  1. 19. August 2009 | 07:56 Uhr
    Silencer
    Ulrik, schön mal wieder ein Review zu lesen.
    Inhaltlich und Fakten zu Video/Audio – mehr ist ja auch gar nicht nötig.
    Danke

    Flag habe ich vor einiger Zeit auch mal gesehen, wohlgemerkt ohne die Serie zu kennen. War solide Kost, hätte so zu 7/10 tendiert.
    Kennt man die Serie, wahrscheinlich weniger.

  2. 19. August 2009 | 09:28 Uhr
    Peter von Frosta
    Eine Info fehlt mir aber noch:
    24fps,25fps oder 30fps?

  3. 19. August 2009 | 09:50 Uhr
    Ulrik
    Peter von Frosta:

    Eine Info fehlt mir aber noch:
    24fps,25fps oder 30fps?

    Laut Backcover 1080p/24, werds heute Abend aber nochmal überprüfen.

    @Silencer
    Da wird es in nächster Zeit wieder mehr von geben.

  4. 19. August 2009 | 13:50 Uhr
    Silencer
    Ulrik:

    @Silencer
    Da wird es in nächster Zeit wieder mehr von geben.

    Das ist schön zu hören, hast du wieder mehr Zeit finden können?

    Reviewseiten von BD gibt es viele, aber eine “unabhängige” Meinung ist mindestens genauso interessant.

  5. 20. August 2009 | 09:13 Uhr
    Ulrik
    Silencer:

    Ulrik:

    @Silencer
    Da wird es in nächster Zeit wieder mehr von geben.

    Das ist schön zu hören, hast du wieder mehr Zeit finden können?

    Nicht wirklich, aber ich merke wieder wie gerne ich doch Anderen meine Meinung aufdränge… ;)
    Zeitlich ist es leider so daß ich in den letzten Monaten mehr über Filme schreibe als sie tatsächlich zu gucken. Selbst nach Feierabend bin ich meist noch so aufgekratzt daß ich nicht die Ruhe finde einen Film wirklich anzuschauen.