Ponyo on the Cliff by the Sea Review
Ponyo on the Cliff by the Sea (Gake no ue no Ponyo) – Japan 2008
Eigentlich habe ich ja ein bisschen Abstand zu Reviews genommen, aber da ich in den letzten Jahren (erster Beitrag im März 2007) so viel über Ponyo on the Cliff by the Sea berichtet habe dachte ich mir es wäre nur angemessen, daß ich nach der ersten Sichtung ein paar Worte verliere. Leider muß ich sagen, daß Hayao Miyazakis aktuelles Werk mich nach all der Vorfreude nicht komplett begeistern konnte und etwas zwiegespalten zurück lässt.
Zwar gibt es über die gesamte Laufzeit hinweg reichlich wunderbar bewegende Szenen mit den herzallerlieben Charakteren (besonders Ponyos menschliche “Lernphase” dürfte selbst dem schlechtesten Menschen ein verzückendes Lächeln aufs Gesicht zaubern) und auch in Sachen Animationsqualität und Detailverliebtheit hat sich Studio Ghibli mal wieder selbst übertroffen und den eigenen Stil konsequent weiterentwickelt, doch irgendwie konnte ich beim Auftauchen des Abspanns ein “Wie, das wars jetzt?” Gefühl nicht unterdrücken. Zu abrupt endet die wohl bewußt simpel gehaltene Geschichte bei der sich Ponyo (in meinen Augen die perfekte Mischung aus Totoro und Mei) und ihr neuer Menschenfreund Sosuke ab der Mitte des Films ohne Gefahren, Konflikte oder größere Charakterentwicklung ihrem wohl auch selbst unbekannten Ziel entgegenpaddeln.
Ein bisschen bitter stößt auch auf, daß all das entstandene Chaos im Gegensatz zu den meisten anderen Miyazaki Werken für die rebellische Verursacherin Ponyo ohne Konsequenzen bleibt bzw. sie sogar ohne große Eigenleistung (nur knuffig sein zählt nicht) dafür belohnt wird. Wobei der Großteil der akut Betroffenen (Ponyos Vater, über den ich gerne mehr erfahren hätte mal ausgenommen) auch überraschend locker der eigentlich katastrophalen Lage und der möglichen Zerstörung der Welt umgehen, muss wohl Ponyos unwiderstehlich zuckersüße Aura sein…
Insgesamt ist Ponyo aus diesen Gründen leider ‘nur’ gute Unterhaltung für vorwiegend jüngere Zuschauer geworden, dürfte Fans von Miyazakis älteren Meisterwerken (Spirited Away und davor) aber relativ unbefriedigt zurücklassen da hier einfach die Tiefe, Vielschichtigkeit und irgendwie auch das gewisse Etwas das über eine Anreihung von schönen Einzelszenen hinaus geht fehlt, die seine Filme so besonders mach(t)en.
So schafft Ponyo leider nicht den Sprung in meine persönliche Miyazaki Top 5 (ohne Reihenfolge: Nausicaä, Mononoke-Hime, Totoro, Laputa, Chihiro), dürfte sich aber trotzdem gut zum “Anfüttern” einer neuen jungen Zielgruppe eignen. Wenn der Film also hierzulande doch noch in die Kinos kommen sollte, unbedingt die kleinsten Verwandten mitnehmen…
Trailer, Poster und mehr zu Ponyo…
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Silencer
Miyazaki (und/oder Studio Ghibli) sollte sich wieder mehr in das Erwachsene Gefilde begeben, oder zumindest wieder an den tollen Stil mit kritischem Unterton für beide Altersklassen anknüpfen.
Für mich persönlich sind Princess Mononoke und Grave of the Fireflys Ghiblis eindeutige Meisterwerke.
Wäre schön noch mal etwas in dieser Richtung zu sehen.
Nils
(PS. Mit Laputa konnte ich irgendwie nix anfangen. Dafür mochte ich “Das Wandelnde Schloss”. Mir gefallen Totoro und Nausciaä am besten).
Chris
killerspieler
Silencer
Richtig
silentrocco
Technisch überragend, vor allem die Wellenlaufszene ist atemberaubend. Aber insgesamt bleibt das Werk ohne Tiefe, ohne Haken, ohne Schichten, ohne Metaphern. Es ist schlicht eine sehr einfache und rührende Geschichte für die ganz Kleinen. Das Angucken macht trotzdem enormen Spaß und Ponyo hebt sich immer noch um Welten von den meisten seelenlosen westlichen Animationsfilmen ab. Sollte man einmal gesehen haben. Ein guter Ghibli aber ganz und gar kein Meisterwerk.
Sitael
Wirklich niedlich und schön anzusehen, leider fehlte es wirklich an Tiefe, bei der Szene im Tunnel dachte ich “ja nun kommt was” aber die Szene fand doch eher ein jehes Ende.
Trotzdem, für Kinder im Alter von 6 wohl ideal, für alle Ghilbi und Miyazaki wohl ein muss.
derBene
Naja, jedenfalls schaut zwischendurch doch der typische Ghibli-Charme durch. Vielleicht zieht mich der auch in’s Kino, vielleicht.
Kakahara
manchmal können die filme auch einfach nur knuffig sein & müssen nicht immer irgendeine Botschaft vermitteln.
Ich fand den Film wirklich schön, hab mich gut unterhalten gefühlt und der Film hat mich ein wenig aufgeheitert. Genau das, was ich gebraucht habe
Dioe Blu-ray kann kommen (hoffentlich kotfrei + UTs
)
Felix
Das klingt für mich eher so, als wäre Ponyo ähnlich wie ein Naturgeist von Moral ausgeschlossen. Jedenfalls sind bei Miyazaki-Filmen schwer durchschaubare Motive und Verhaltensweisen geradezu ein Stilmittel. Realismus gilt dabei sowieso nicht viel, nur wenn er soz. gefühlsmäßig mit Miyazakis Intention zusammenällt. Man bedenke auch, dass er oft ohne Skript anfängt und seine Rolle als Animationsregisseur wohl über der des Geschichtenerzählers/Dramatikers angesiedelt ist.
Gesehen hab ich den Film jedoch nicht und kann deswegen zu diesem Fall nichts genaues sagen.