Tekkonkinkreet: Review
Tekkonkinkreet [鉄コンç‹ã‚¯ãƒªãƒ¼ãƒˆ] – Japan 2006
Tekkonkinkreet ist die Animeumsetzung des dreiteiligen Black & White Mangas von Taiyo Matsumoto durch Studio 4°C unter US Regisseur Michael Arias. Erzählt wird die Geschichte der Waisenkinder Black und White, die sich gemeinsam in dem Stadtteil Treasure Town gegen Yakuzas und Revierrivalen zur Wehr setzen. Black ist hierbei der Draufgänger, der auf den elfjährigen und etwas zurückgeblieben wirkenden White wie ein großer Bruder aufpasst, wenn die beiden die uralten Häuserschluchten wie einen riesigen Spielplatz durchtoben und mit kleineren Diebstählen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wirkliche Probleme kommen erst auf, als ein ausländischer Geschäftsmann das gewachsene Viertel zubetonieren lassen will, um einen Vergnügungspark zu errichten und dem dafür alle Mittel recht sind.
Gleich zu Beginn sei gesagt, daß Tekkonkinkreet trotz des etwas kindlich wirkenden und recht gewöhnungsbedürftigen Produktionsdesigns absolut nichts für Kinder ist. Wenn Black sich gegen angreifende Banden oder Killertrupps mittels einer Eisenstange zur Wehr setzt, oder ein alternder Yakuzaboss über die Vorteile seines Lieblingsstripclubs philosophiert, sollten Kinder (trotz FSK12) lieber draußen bleiben. Überhaupt steckt der Film voller Gegensätze, was sich nicht nur in den Namen und Charaktereigenschaften der (Haupt)darsteller ausdrückt, sondern sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht. Zu jedem Charakter gibt es ein passendes Gegenstück, sei es der frigide Polizist zu der aufreizenden Yakuzafreundin oder der größenwahnsinnige Geschäftsmann Snake, der alles erneuern will zu dem heimatliebenden alternden Yakuzaboss Rat, dem der Erhalt seiner Lieblingskneipe in Treasure Town am Herzen liegt. Die Bedeutung dieses Gleichgewichts (im Film auch durch Ying und Yang Symbole ausgedrückt) ist neben der Freundschaft von Black und White das Hauptthema des Films. Trotz der geballten Symbolkraft von Charakteren und Bildfolgen wirkt Tekkonkinkreet durch die kunterbunte, aber herzenswarme Atmosphäre und die abwechslungsreichen Actionszenen aber nie wie eine trockene Ansammlung von Interpretationsaufforderungen. Wenn am Ende alle Puzzlestücke zueinander finden freut man sich einfach für die Charaktere und nicht darüber daß schwarz und weiß sich nicht immer zu grau mischen lassen müssen.
Ebenfalls ein wichtiger Charakter ist das von allen als ihr Eigentum bezeichnetes Treasure Town selbst. Der alte aber gerade deshalb lebenswerte Stadtteil wurde äußert detailiert dargestellt, fast überall kann man mühevoll ausgearbeitete Graffitikunstwerke oder architektonische Meisterwerke bewundern. Dagegen wirken selbst die vielgelobten Hintergründe aus dem Ghibli Studio altbacken und grob. Diese Detailverliebtheit wird leider nicht bei den Charakteranimationen und Designs beibehalten, diese wurden zwar vorlagengetreu umgesetzt, wirken dadurch aber leider manchmal etwas grob und eckig, was aber sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt (und das geschieht schon nach wenigen Minuten) nicht mehr weiter stört.
Mich hat Tekkonkinkreet wirklich überrascht, nach den ersten Teaserplakaten und mäßigen Trailern hatte ich nicht mit einem so bewegenden wie unterhaltsamen Film gerechnet. Für mich ist der Film neben Paprika das Animehighlight des Jahres und lässt einen in Erinnerungen an wirklich gute Studio Ghibli Filme schwelgen.
Begleitende Links
Offizielle Seite mit Trailer – ANN – IMDb
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Tekkonkinkreet erscheint am 25. Oktober in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc, US Importe sind bereits ab dem 25. September erhältlich.
Für HK wurde eine Limited Edition (siehe links) in einer vom Mangaka gestalteten Box mit Storybooks, Poster und englischen UT für den 28. September angekündigt, ich konnte das nette Stück ist allerdings noch nirgendwo entdecken.
Tags: Anime, black white, michael arias, Review, Reviews, taiyo matsumoto, tekkonkinkreet




Kakahara
haste mir ja scho wärmstens empfohlen … werd wohl mal reinschauen müssen
Klaus
Hongkong